Liposuktion zur Behandlung des Lipödems – Kosten, Übernahmen und mögliche finanzielle Risiken

Das Lipödem und dessen Behandlungsmöglichkeiten

Auch, wenn es so aussehen mag: Ein Lipödem ist kein Übergewicht. Es handelt sich vielmehr um eine krankhafte Fettverteilungsstörung, bei der der Körper vermehrt Fettzellen bildet und diese zudem stark vergrößert sind. Ein Lipödem, von dem meist Frauen betroffen sind, macht sich in symmetrischen Schwellungen im Bereich der Beine oder, seltener, der Arme bemerkbar, in Flüssigkeitsansammlungen sowie Druck- und Spannungsgefühl.

Die Lipödem-Therapie richtet sich nach dem jeweiligen Stadium (Stufe 1-3) der Krankheit. Lindern konservative Maßnahmen wie Lymphdrainagen oder Kompressionstherapie die Symptome nicht ausreichend, lässt sich das Fettgewebe durch eine Operation chirurgisch entfernen. Die Fettabsaugung, medizinisch: Liposuktion, gilt als effektive und nachhaltige Therapie bei Lipödem.

Allerdings ist diese Behandlungsmethode zumeist keine Kassenleistung, das heißt, Betroffene müssen die Kosten (teils) selbst tragen. Hier erfahren Sie, in welchen Fällen die Krankenkasse die Liposuktion-Kosten übernimmt und was Selbstzahler beachten sollten.

 

Wie viel kostet eine Lipödem-Operation?

Eine Liposuktion kostet in Deutschland in etwa zwischen 1.800 Euro und 5.500 Euro pro Eingriff. Der genaue Preis hängt unter anderem von der Menge des abzusaugenden Fettgewebes, der Länge und Anzahl der geplanten OP(s) sowie der jeweiligen Liposuktions-Methode ab. Letztlich kann nur ein ausführliches ärztliches Beratungsgespräch Aufschluss über die Kosten für die Liposuktion beim Lipödem geben.

 

Lipödem-Therapie: Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für konservative Lipödem-Behandlungen. Dazu gehören unter anderem die manuelle Lymphdrainage, Bewegungstherapie, Kompressionstherapie und Hautpflege. Die effektivste Therapiemethode – die Liposuktion – müssen Betroffene jedoch in den meisten Fällen selbst bezahlen.

Ausnahmen sind besonders schwere Fälle der krankhaften Fettverteilungsstörung. Seit 1. Januar 2020 kommen gesetzliche Krankenkassen für die Liposuktion bei Stadium-III-Patientinnen auf. Diese Regelung ist zunächst bis zum 31. Dezember 2024 befristet. Dann sollen die Ergebnisse einer Studie über die Wirksamkeit der Fettabsaugung für alle Stadien der Fettverteilungsstörung vorliegen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben neue Gebührenordnungspositionen in den sogenannten einheitlichen Bewertungsstab (EBM) aufgenommen und die Vergütung für den Lipödem-Eingriff festgelegt. Dieser kann ambulant oder belegärztlich vorgenommen und abgerechnet werden. Pro Lipödem-Operation kann der Arzt bis zu 763 Euro erhalten.

 

Auch bei Stadium III: Kostenerstattung gestaltet sich schwierig

In der Realität ist es auch für Patientinnen mit Lipödem Stadium III ein weiter Weg, bis die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für eine Fettabsaugung übernimmt. Sie müssen zuvor mindestens sechs Monate lang eine konservative Lipödem-Therapie ausprobieren, erst wenn diese die Beschwerden nicht lindert, kommt eine Fettabsaugung auf Kassenkosten in Betracht.

Zudem benötigen Ärzte, die die Liposuktion zur Lipödem-Behandlung als Kassenleistung anbieten, eine Genehmigung zum ambulanten Operieren.

 

Kostenerstattung der privaten Krankenversicherung

Etwas anders sieht die Kostenübernahme bei den privaten Krankenversicherungen (PKV) aus. Hier haben Lipödem-Patientinnen unter Umständen größere Chancen, die Kosten für die Lipödem-Operation erstattet zu bekommen. Denn anders als bei den gesetzlichen Krankenkassen müssen Betroffene keinen langwierigen Genehmigungsprozess durchlaufen.

Das Leistungsversprechen der PKV umfasst auch neue, innovative Therapiemethoden, die von den entsprechenden Fachgesellschaften für wirksam erachtet werden oder aber Teil der entsprechenden S3-Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher medizinischer Fachgesellschaften sind.

Da es sich bei dem Lipödem um eine Erkrankung handelt, kann die Therapie mittels Fettabsaugung als medizinisch notwendige Heilbehandlung eingestuft werden. Dies regeln die Musterbedingungen der privaten Krankenversicherung. Ist die Diagnose Lipödem eindeutig gestellt und sind zur Therapie keine oder nur wenig erfolgversprechende andere Methoden verfügbar, kommt die Liposuktion als geeignete Therapiemaßnahme in Betracht. Jedoch wird die PKV auch hier den Einzelfall prüfen.

 

Die Selbstzahler-Liposuktions-OP zur Behandlung des Lipödems – was gilt es zu beachten?

Bei ästhetischen Eingriffen, die nicht als medizinisch notwendig eingestuft werden, müssen Selbstzahler aufpassen. Denn treten aufgrund dieser Eingriffe behandlungsbedürftige Komplikationen auf, müssen die gesetzlichen Krankenkassen die Patienten an den Behandlungskosten für diese Komplikationen beteiligen. Im schlimmsten Fall können die Kassen die Zahlung sogar komplett verweigern. Das stellt für die Patienten ein hohes finanzielles Risiko dar. Trotz aller Sorgfalt sind Komplikationen nie völlig auszuschließen.

Um sich als Patient gegen diesen Fall abzusichern, gibt es die sogenannte Folgekostenversicherung. Diese übernimmt (abhängig vom gewählten Tarif) den Teil der Kosten für die Behandlung der Komplikationen, den die Krankenkasse nicht zahlt. Das kann sogar der gesamte Betrag sein. Für die Selbstzahler-Liposuktions-OP beim Lipödem gibt es mit lipoprotect eine Spezialversicherung für Lipödem-Patientinnen.

 

lipoprotect – die Folgekostenversicherung für Lipödem-Patientinnen

Beim Lipödem sind in vielen Fällen mehrere Fettabsaugungen nötig, wobei zumeist drei Eingriffe ausreichen. lipoprotect sichert entsprechend bis zu drei Liposuktions-OPs ab – und damit im Normalfall die gesamte Behandlung. Das heißt, Patientinnen schließen einmalig eine Folgekostenversicherung ab. Diese schützt dann vor den finanziellen Risiken möglicher Komplikationen von bis zu drei Lipödem-Fettabsaugungen.

Tritt der Versicherungsfall ein, begleicht lipoprotect die Kosten für private ambulante Behandlungen bis 5.000 Euro sofort. Bei umfangreicheren Behandlungen im Krankenhaus werden bis zu 250.000 Euro Regressanspruch der gesetzlichen Krankenkasse erstattet. Die Schadensabwicklung erfolgt schnell und unkompliziert. Bei vollständiger Dokumentation des Falls können die Auszahlungen direkt online erfolgen. Dazu nutzen wir eine künstliche Intelligenz (KI), die wir beständig ausbauen und weiterentwickeln, um unseren Kundinnen möglichst innerhalb weniger Stunden ihre Kosten zu erstatten. Die Krankenkassen schalten wir dabei nicht ein.

 

Hintergrund Folgekostenversicherung

Wir haben uns als Vorreiter bei der Folgekostenversicherung einen Namen gemacht. Als aufgrund der Gesundheitsreform 2007 diese finanzielle Lücke für Patienten entstand, entwickelten wir die Versicherungslösung beautyprotect. Damit setzten wir internationale Maßstäbe. Mit lipoprotect haben wir nun eine hochspezifische Versicherungsleistung für die speziellen Bedingungen der Lipödem-Behandlung geschaffen. Bei der Entwicklung unserer Versicherungen arbeiten wir stets mit Fachverbänden und Experten aus der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie zusammen.